Wenn alles Tun zu Ende ist
Trauer erfüllt den ganzen Menschen, Körper und Seele, und kommt sehr unterschiedlich zum Ausdruck. Trauernde brauchen viel Zeit, Kraft und Geduld.
- Wie werde ich mit den alltäglichen Belastungen und Erledigungen fertig? Wer kann mir dabei helfen?
- Was hilft mir, Geduld mit anderen und vor allem auch mit mir selbst zu haben?
- Wer kann mir zuhören und mich auf meinem Weg begleiten?
- Wie gehe ich mit meinen Erinnerungen um?
- Was tröstet?
Wie Sie Ihrer Trauer Raum geben können
Einen nahestehenden Menschen zu verlieren, Abschied zu nehmen für immer, ist eines der schwersten Dinge im Leben. Wenn ein Mensch stirbt, hinterlässt er eine Lücke, die zuerst einmal durch nichts und niemanden zu schließen ist. Und trotz aller Anteilnahme: Sie fühlen sich unsagbar allein und verlassen.
Selbst wenn der Tod sich durch eine schwere Krankheit angekündigt hat, sind Sie wahrscheinlich nicht wirklich darauf vorbereitet. Die Endgültigkeit, das Unwiederbringliche wird Ihnen vielleicht erst am Tag, an dem der Tod eintritt, oder manchmal sogar noch später schmerzvoll bewusst.
In dieser schweren Zeit ist es wichtig, nicht allein zu sein. Es ist gut, Freunde oder Zugehörige um sich zu haben, mit ihnen in Stille zusammen zu sein oder sich auszusprechen. Es kann für Sie hilfreich sein, zu wissen, dass das Chaos der Gefühle, in dem Sie sich wiederfinden, viele Menschen in vergleichbarer Situation trifft. Es ist normal, starke, auch widerstreitende Gefühle zu empfinden. Versuchen Sie nicht, sich mit aller Gewalt zusammenzunehmen und „gefasst" zu sein. Weinen Sie, wenn Ihnen danach zumute ist.
Trauer verläuft nicht geradlinig. Sie verläuft auf einem Weg, der über viele Hindernisse, Umwege, Höhen und Tiefen führt. Die Zeit, die dafür benötigt wird, und die Anstrengung, die Ihnen dabei abverlangt wird, werden Sie zu dem Ziel führen, den Tod des geliebten Menschen anzunehmen und Ihr eigenes Leben wieder bejahen zu lernen. Lassen Sie sich nicht von anderen vorschreiben, wie Ihre Trauer auszusehen hat.
Wo Sie Beistand finden
Es ist hilfreich für Sie, Menschen zu finden, bei denen Sie reden und sich aussprechen können. Nicht nur einmal, sondern immer wieder – so lange, bis Sie das Bedürfnis dazu nicht mehr verspüren. Viele Hospizeinrichtungen bieten für trauernde Menschen Begleitung durch qualifizierte Trauerbegleiter in verschiedenen Formen an:
Gespräche: Manchmal hilft Ihnen schon ein Einzelgespräch mit einer neutralen Person Ihres Vertrauens, bei dem Sie ansprechen können, was Sie gerade bewegt, um Zuversicht und Mut für den weiteren Trauerweg zu finden.
Einzelbegleitungen: Nach einem Orientierungsgespräch wird die Dauer der Begleitung individuell festgelegt. Für einige Trauernde ist es wichtig, für eine gewisse Zeitspanne eine zuverlässige Gesprächs- und Begleitperson zu haben.
Familienbegleitungen/Begleitung von Kindern und Jugendlichen: Wir stehen Ihrer Familie, insbesondere auch Kindern und Jugendlichen, in Zeiten der Trauer um einen geliebten Menschen zur Seite. Vor allem Kinder können sehr sprunghaft trauern. Ängste, Schlafstörungen und Unkonzentriertheit oder viel Wut im Bauch sind oft ein Zeichen der Trauer.
Offene Gesprächskreise sind regelmäßige Treffen für alle, die um einen nahestehenden Menschen trauern und die Möglichkeit des Austauschs mit anderen Betroffenen wahrnehmen wollen.
Begleitete Trauergruppen bleiben über einen längeren Zeitraum zusammen. Durch die Verbindlichkeit der Teilnahme kann eine vertraute Atmosphäre entstehen, um eine Strecke des Trauerweges gemeinsam zu gehen. Wir bieten begleitete Gruppen für Menschen, die ihren Partner verloren haben, an, insbesondere auch für „jung Verwitwete" (ab 20 Jahren).
Trauerspaziergang und Trauerwanderung: Manchem Trauernden hilft es, beim Gehen miteinander ins Gespräch zu kommen und sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Auch hier stehen Ihnen Trauerbegleiter für Gespräche zur Verfügung.
Die jeweils aktuellen Trauerangebote können Sie unserer Homepage www.mainzer-hospiz.de entnehmen.
